Was genau bedeutet eigentlich „Digital PR“ ?
PR-Arbeit hatte schon immer das Ziel, Marken zu positionieren, Vertrauen aufzubauen und langfristig den Unternehmenserfolg zu steigern. Während klassische PR diesen Anspruch vor allem über Offline-Kanäle wie Print, Radio oder TV verfolgt, setzt Digital PR konsequent im Online-Umfeld an.
Der Fokus liegt dabei auf digitalen Medien, wie branchenrelevanten Fachportalen, Blogs und News-Websites. Ziel ist es, Beziehungen zu Journalisten, Redaktionen und Publishern aufzubauen, die regelmäßig relevante Inhalte für eine klar definierte Zielgruppe veröffentlichen.
Digital PR ist damit keine kurzfristige Maßnahme, sondern ein strategischer Ansatz, um Marken online sichtbar, glaubwürdig und relevant zu machen – über die eigene Website hinaus.
Das Wichtigste in Kürze:
• Klassisches Linkbuilding zielt primär darauf ab, einzelne Backlinks aufzubauen, um das Google-Ranking zu verbessern
• Digital PR verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz: Markenaufbau, Sichtbarkeit und Vertrauen
• Hochwertige Backlinks entstehen bei erfolgreicher Digital PR als natürliche Folge
• Erwähnungen in starken Online-Medien wirken sich positiv auf KI-Sichtbarkeit aus
• Digital PR ist aufwendiger, schafft aber nachhaltige Wettbewerbsvorteile
Digital PR vs. klassisches Linkbuilding
Der zentrale Unterschied liegt in der Zielsetzung. Beim klassischen Linkbuilding steht der Aufbau von Backlinks im Mittelpunkt. Maßnahmen werden danach bewertet, ob sie:
- einen dofollow-Link liefern,
- die Domain Authority erhöhen und
- damit verbunden, die Rankings verbessern
Der Markenkontext spielt dabei häufig eine untergeordnete Rolle. Digital PR verfolgt einen anderen Ansatz. Hier geht es primär um:
- Markenpositionierung
- Expertenstatus (Thought Leadership) aufbauen
- Reichweite bei relevanten Zielgruppen erhöhen
- Vertrauen durch glaubwürdige Quellen stärken
Backlinks entstehen bei guter Digital PR meist als „natürliche“ Konsequenz davon – als Folge hochwertiger Platzierungen in starken Medien.
Ein weiterer entscheidender Punkt: Viele klassische Gastartikel erzielen kaum Reichweite. Die Inhalte werden auf Websites veröffentlicht, die wenig Traffic haben und außerhalb von SEO-Kreisen kaum wahrgenommen werden. Der Link existiert, aber der Impact für Marke und Nutzer ist gering.
Digital PR setzt genau hier an. Inhalte erscheinen auf etablierten Plattformen mit realer Leserschaft. Das Ergebnis sind nicht nur Backlinks, sondern auch Referral Traffic, Markenbekanntheit und zusätzliche Touchpoints entlang der Customer Journey.
Warum Digital PR an Bedeutung gewinnt
Ein wesentlicher Treiber für Digital PR ist die zunehmende Relevanz von KI-Systemen und Large Language Models (LLMs).
Viele Unternehmenswebsites spielen in Trainings- und Bewertungssystemen von KI-Tools aktuell kaum eine Rolle. Große Publisher, bekannte Fachmedien und autoritäre Plattformen hingegen sehr wohl. Genau dort setzt Digital PR an.
Markenerwähnungen in angesehenen Medien wirken doppelt:
- Sie erreichen Leserinnen und Leser direkt
- Sie erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass eine Marke von KI-Systemen als relevant wahrgenommen wird
Wer in hochwertigen, branchenrelevanten Online-Medien präsent ist, erhöht nicht nur seine Reichweite, sondern auch seine Sichtbarkeit in KI-gestützten Such- und Antwortsystemen.
Wettbewerbsvorteile durch Digital PR
Ein zentraler Vorteil von Digital PR ist ihre Nicht-Kopierbarkeit. Brand Mentions und Backlinks aus renommierten Medien lassen sich nicht einfach einkaufen oder nachbauen. Sie entstehen durch Relevanz, Timing und hochwertige Inhalte. Genau deshalb sind sie so wertvoll. Weitere Effekte von erfolgreicher Digital PR:
- Aufbau von Expertenstatus in einer Nische
- Stärkung der Markenbekanntheit
- Erhöhung der Domain Authority
- Nachhaltige Abgrenzung vom Wettbewerb
Backlinks sind und bleiben für die klassische organische Suche extrem wichtig. Digital PR liefert genau jene Signale, die Google langfristig bewertet: Autorität, Vertrauen und Markenrelevanz.
Zusätzlich lässt sich Linkbuilding über Digital PR deutlich besser skalieren. Eine gut platzierte Kampagne kann mit einem einzigen Thema zahlreiche hochwertige Verlinkungen erzeugen – bei deutlich geringeren Kosten pro Link. Es macht also durchaus Sinn immer nach einem Backlink zu fragen.
Kosten im Vergleich: Klassisches Linkbuilding vs. digitale PR
Ein einzelner hochwertiger Link über klassischen Outreach (Gastartikel) verursacht je nach Zielseite schnell Gesamtkosten von rund 1.000 bis 1.500 Euro. Die Kosten setzen sich wie folgt zusammen:
- Recherche & Akquise Aufwand
- Abstimmung mit Publishern (E-Mails)
- Texterstellung
- Platzierungsgebühren
Digital PR kann diesen Aufwand bündeln und durch Reichweite und Skalierung deutlich effizienter gestalten. Zwar kostet eine Digital PR Kampagne einmalig mehr, dafür erreicht man damit in der Regel deutlich mehr Publisher, sprich Backlinks und Brand Mentions.
Digital PR für dein Unternehmen
Neben klassischem Linkbuilding haben wir uns mittlerweile auch auf Digital PR fokussiert. Wir bringen dein Unternehmen in branchenrelevante Medien!
Markenreputation und Sichtbarkeit in KI-Systemen
Studien von Ahrefs (Tim Suolo, CMO von Ahrefs, teilte es auf Twitter.)zeigen, dass für Sichtbarkeit in KI-Systemen vor allem folgende Faktoren relevant sind:
- Häufigkeit von Markenerwähnungen
- Verwendung von Marken-Ankertexten
- Suchvolumen nach der Marke
Zusätzlich berücksichtigen KI-Tools Bewertungen auf verschiedenen Plattformen. Marken mit einer durchschnittlichen Bewertung von mindestens 3,5 werden häufiger in KI-Antworten erwähnt.
Dabei zählt nicht nur die Bewertungshöhe, sondern auch die Anzahl der Bewertungen. Eine breite, glaubwürdige Bewertungsbasis wirkt deutlich stärker als vereinzelte Top-Bewertungen.
Digital PR zahlt direkt auf diese Faktoren ein, indem sie Marken systematisch in vertrauenswürdigen Kontexten sichtbar macht.
Warum Digital PR vor allem langfristig sinnvoll ist
Es kommt natürlich immer auf das Budget an. Nicht bei jedem Kunden macht eine Digital PR Kampagne Sinn. Die individuellen Voraussetzungen (Wettbewerb, Budget, Ressourcen, Thema, etc.) müssen berücksichtigt werden. Bei vielen Kunden ist klassischer Linkaufbau meines Erachtens nach also nach wie vor sinnvoll(er).
Digital PR bietet insgesamt aber mehrere Vorteile, die klassische SEO-Maßnahmen allein nicht abdecken können:
- Sichtbarkeit auf KI-Plattformen und in Chatbots
- Reichweite und Traffic außerhalb der eigenen Website
- Aufbau von Vertrauen und Glaubwürdigkeit
- Hochwertige, schwer reproduzierbare Backlinks
- Skalierbares Linkbuilding
- Kontakt zu weiteren Multiplikatoren wie Influencern oder Redaktionen
KI-Systeme bevorzugen dabei insbesondere Inhalte von:
- großen News-Websites
- autoritären Fachportalen
- etablierten Wissensplattformen
- bekannten Foren und Communities
Genau diese Plattformen sind typische Ziele von Digital-PR-Kampagnen. Idealerweise branchenrelevant.
Die Erfolgsfaktoren einer guten Digital-PR-Strategie
Klare Zieldefinition:
Jede Kampagne sollte direkt aus den Unternehmenszielen abgeleitet werden, etwa:
- Umsatzsteigerung in einer Produktkategorie
- Stärkung der Markenbekanntheit
- Vertrauensaufbau in einem spezifischen Themenfeld
- Erhöhung des Traffics auf ausgewählte Landingpages
Fokus auf Publisher und deren Zielgruppen:
Bei Digital PR geht es nicht primär um die eigenen Kunden, sondern um die Zielgruppen der anvisierten Medien. Nur wenn ein Thema für diese relevant ist, wird es aufgegriffen.
Aufbau eines eigenen Medienverteilers:
Ein gut gepflegter und aktuell gehaltener Verteiler mit relevanten Kontakten ist ein zentraler Erfolgsfaktor. Idealerweise enthält er Publisher, die bereits zu ähnlichen Themen veröffentlicht haben und sich langfristig aktivieren lassen.
Relevanter Mehrwert statt Eigenwerbung:
Erfolgreiche Inhalte basieren häufig auf:
- exklusiven Daten
- fundierten Experteneinschätzungen
- klaren Storylines
- Case Studies oder Trends
Wichtig: Je geringer der Aufwand für Redaktionen, desto höher die Erfolgswahrscheinlichkeit. Man muss es den Journalisten so einfach wie möglich machen, die story aufzugreifen!
Testen und optimieren:
Ein initialer Testlauf mit kleineren Medien hilft, Themen zu validieren, bevor größere Ressourcen investiert werden.
Wie lässt sich Digital PR messen?
Die Erfolgsmessung hängt stark von den gesetzten Zielen ab. Typische Kennzahlen sind:
- Entwicklung von Umsatz oder Leads im Kampagnenzeitraum
- Anzahl und Qualität neu entstandener Backlinks
- Anstieg von Markensuchanfragen
- Referral Traffic aus Publikationen
- Sichtbarkeit und Performance der verlinkten Seiten
Eine exakte Attribution ist oft schwierig, klare Trends lassen sich jedoch meist im Kampagnenzeitraum gut erkennen.
Mein Fazit: Digital PR ist ein strategischer Wachstumstreiber
Digital PR ist kein schneller Ersatz für klassisches Linkbuilding, sondern eine strategische Weiterentwicklung. Der Aufwand ist höher, die Anforderungen komplexer – der Nutzen jedoch nachhaltig. Auf der Gegenseite stehen höhere einmalige Kosten, die man je nach Kundengröße und Voraussetzungen abwägen muss.
Wer Digital PR beherrscht, baut nicht nur Backlinks auf, sondern schafft Markenrelevanz, Vertrauen und Sichtbarkeit in einem Umfeld, das zunehmend von KI-Systemen geprägt wird.
Aus meiner Sicht wird Digital PR in den kommenden Jahren zu einem entscheidenden Differenzierungsmerkmal. Agenturen und Unternehmen, die diesen Ansatz frühzeitig sauber umsetzen und hier nachhaltiges Know-how aufbauen, verschaffen sich einen Vorsprung, der sich nicht mehr kurzfristig aufholen lässt.
Mag. Gerald Bacher
Dank meiner langjährigen Agenturerfahrung als Head of SEO und meiner Erfahrung als selbstständiger SEO-Berater, weiß ich genau, welche Fragen Kunden wirklich interessieren. Diese Frage möchte ich in meinem SEO-Ratgeber aufgreifen und ehrlich beantworten.